Call for Papers

Agile Softwareentwicklung im normativ regulierten Umfeld ( Vortrag )

Die Rolle der Qualitätssicherung für eine Zertifizierung

Referent: Christoph Legat, Berner & Mattner Systemtechnik GmbH
Vortragsreihe: Agilität
Zeit: 29.11.16 09:45-10:25
Co-Referenten: Rosalinde Schuster (Co-Autorin) Kurzvorstellung: Rosalinde Schuster (ISTQB Full Advanced Certified Testerin) hat mehr als 25 Jahre praktische Industrieerfahrung in Entwicklung und Test von (eingebetteten) Softwaresysteme für unterschiedliche Domänen und Anwendungen.

Zielgruppe

Tester

Themenbereiche

Test & Qualitätssicherung, Mensch & Team, Management sonstige Themen

Schwerpunkt

Prozess

Voraussetzungen

Grundlagenwissen

Kurzfassung

Kurze Entwicklungszyklen und schnelle, funktionsfähige Produkte sind nur einige der häufig als wesentliche Vorteile einer agile Software- und Systementwicklung genannten Eigenschaften. Dabei birgt aber gerade in normativ reguliertem Umfeld das agile Paradigma „Funktion statt Dokumentation“ signifikante Risiken für eine notwendige Zertifizierung. In diesem Beitrag wird die Rolle der Qualitätssicherung innerhalb agiler Projektteams in normativ reguliertem Umfeld definiert. Dabei wird auf den Zielkonflikt zwischen Agilität, Dokumentation und Qualitätssicherung eingegangen und ein Vorschlag für ein strukturier-tes Vorgehen mit dynamischer Rollenzuordnung vom Akzeptanzkriterium bis zur Abnahme und Zertifizierung beschrieben. Dieser dadurch gegebene Leitfaden ermöglicht in agilen Entwicklungsprojekten in normativ reguliertem Umfeld eine konsequente Qualitätssi-cherung und Sicherstellung der Existenz und Vollständigkeit notwendiger Dokumentation für eine nachgelagerte Zertifizierung.

Gliederung

* Einführung
** Agile Prozesse und existierende Vorgehensmodelle
** Qualitätssicherung in agilem Umfeld
* Herausforderung: Softwareentwicklung in normativ reguliertem Umfeld
* Das agile Paradigma als Problemstellung: Funktion vs. Dokumentation
* Zielstellung des Beitrags:
* Vorstellung eines geeigneten Vorgehensmodells als Leitfaden
** Erläuterung der genutzten Rollen im Vorgehensmodell
** Beschreibung der Prozessschritte
** Erläuterung der Übergangsbedingungen zwischen Prozessschritten
* Anwendung des Vorgehensmodells anhand eines Beispiels
* Bewertung der Chancen und Risiken des Leitfadens
* Zusammenfassung und Ausblick

Nutzen und Besonderheiten

Im Rahmen zahlreicher Kundenprojekte in unterschiedlichen Domänen, z.B. Medizintech-nik sowie Maschinen- und Anlagenbau, konnten wir die Notwendigkeit eines entspre-chenden Leitfadens identifizieren. Das entwickelte Vorgehen ist auf Basis darin gesam-melter, praktischer Erfahrungen (positiver wie negativer) entstanden. Unsere enge Zu-sammenarbeit mit einem führenden Unternehmen in der Metallverarbeitung, welches sei-ne gesamten Prozesse mittlerweile agil organisiert, hat, ermöglichte uns zusätzliche und weitreichende Einblicke in Herausforderungen, Stolpersteine und erfolgreichen Einsatz geeigneter Technologien und Vorgehen. Daher ergibt sich durch diesen Beitrag ein pra-xisnaher Nutzen und schließt dabei eine aktuell existierende, konzeptionelle Lücke: Die Integration der Qualitätssicherung in agilen Entwicklungsprozessen für normativ regulierten Produkte bzw. Domänen.

Über den Referenten

Christoph Legat studierte Informatik mit Schwerpunkt Softwaretechnik an der LMU München. Seit mehr als 8 Jahren arbeitet er nun in Forschung und Entwicklung flexibler, intelligenter Automatisierungssoftware (u.a. TU München, Siemens AG, Berner & Mattner). Er war/ist in einer Vielzahl von öffentlich geförderten sowie privatwirtschaftlichen Projekten im Kontext von Industrie 4.0 involviert und ist Autor von mehr als 50 wissenschaftlichen Publikationen sowie mehr als 10 erteilten Patenten.